Festnahme, ohne sie zu Begründen

Nichtsahnend wer sich an der Türe klingelnd und klopfend bemerkbar macht, öffnete Samuel Judäa an jenem Morgen im Jahr 2009 die Türe. Zwei Polizisten standen da, fragten ihn auf den Nachnahmen auf der Türklingel zeigend, ob er der Herr XYZ sei, Samuel Judäa nickte, das war die Identitätsfeststellung.

Sie hätten Auftrag ein Geldbetrag einzutreiben, sollte er nicht bezahlen, habe man ihn in die JVA zu bringen. Daraufhin wollte Samuel Judäa erklärt bekommen, aus welchem Grunde man von ihm Geld will, die Polizisten antworteten sie wissen das nicht. Offensichtlich war, die Polizisten hatten erheblichen Zweifel über die Rechtmäßigkeit ihres Auftrages, denn sie sprachen es aus. Verstanden darüber hinaus nicht das der Schwerbehinderte Samuel Judäa in seinem Zustand in die JVA gebracht werden sollte. Sie machten weiter Druck, sollte er nicht Zahlen, hätten sie Auftrag ihn in die Justizvollzugsanstalt zu bringen. Samuel Judäa machte die Polizisten explizit und ausdrücklich darauf aufmerksam, daß er das Autofahren nicht vertrage, das Streß zu einer schubartigen Verschlechterung seiner Gesundheit führen kann.

Die Polizisten hatten weder einen Haftbefehl dabei, noch irgend eine Begründung für was sie Geld von Samuel Judäa zu fordern haben. Sie waren sich sicher, hier stimmt etwas an ihrem Auftrag nicht. Da kam der eine auf die Idee bei der Staatsanwaltschaft anzurufen, nach diesem Anruf belehrten sie Samuel Judäa: man bringe ihn jetzt in die JVA, diese werde ihn umgehend dem Gericht vorführen, das ihn zu vernehmen und über eine weitere Freiheitsentziehung zu entscheiden hat. Das Gericht werde ihm dann auch erklären weshalb man das Geld von ihm wolle, sie selber wissen das nicht.

Wie läßt sich erklären das Polizisten aufgrund eines Anrufs von der Staatsanwaltschaft ohne Gefahr im Verzug, von der Dienststelle aus aufbrechen, keinerlei begründende Unterlagen mit sich tragen, ohne jedes Wissen weshalb, um einen Menschen gezielt von seiner Wohnung aus in die JVA zu verbringen.